In den Unterricht gedrängt…

Hallo,

meine Reise nach Deutschland naht. In weniger als zwei Wochen werde ich (vorübergehend) wieder im Haus meiner Eltern wohnen. Währenddessen möchte ich keine neuen Blog-Beiträge verfassen, da ich gerne möglichst stressfreien Urlaub machen will. Ein durchschnittlicher Beitrag verschlingt ungefähr zwei Stunden meiner kostbaren Lebenszeit. Hierzulande mache ich das aber natürlich gerne, weil ich wirklich viel Freizeit habe. Überdies schätze ich das Interesse meiner Leserschaft am Leben in Deutschland eher gering ein. Nach meiner Ankunft werde ich dennoch knapp darauf hinweisen, dass ich wieder in der alten Heimat bin.

Ich möchte jeden meiner Leser, der etwas mit mir unternehmen möchte, dazu ermutigen, sich bei mir zu melden, wenn ich in Deutschland bin. Ich kann mich unmöglich bei jedem melden, bin aber sehr daran interessiert, möglichst viel persönlichen Kontakt zu haben. Die ersten Tage werden natürlich meiner Familie gehören. Darüber hinaus werde ich zunächst für drei Wochen Vollzeit arbeiten gehen, weswegen ich nicht allzu viel Zeit haben werde. Doch im Anschluss habe ich kaum Pläne und viel Freiraum. Unglücklicherweise bin ich dann nicht mobil, da ich kein Auto mehr besitze, aber wo ein Wille ist, ist auch ein Weg.

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In meinem letzten Beitrag schrieb ich, dass ich erst nach meiner Rückkehr aus Deutschland mit dem Unterrichten anfangen werde, weil das im ersten Gespräch so ausgemacht wurde. Allerdings befinden wir uns in China, weswegen man nicht allzu viel auf solcherlei Absprachen geben sollte. Am Montagabend trafen sich Haojing und ich nochmal mit dem Schulleiter und seiner Frau. Sie wollte mich ebenfalls kennenlernen. Das Gespräch verlief eigentlich ganz gut, aber leider haben wir uns einen 16-jährigen Au-pair-Jungen aufschwatzen lassen und ich stimmte zu, dass bereits am Folgetag ein erster Probeunterricht stattfinden könnte.

Mein Eindruck bestätigte sich also erneut: Wenn man einem Chinesen den kleinen Finger reicht, greift er gleich die ganze Hand – und versucht zudem noch den Arm auszureißen. Eigentlich wollte ich Ende August ein bisschen Englischunterricht geben. Jetzt sitzt bei uns ein lustloses, männliches Hausmädchen herum, das von seinen reichen Eltern dazu genötigt wird, sein Englisch verbessern zu wollen. Ich tue mich sehr schwer damit, eine fremde Person in meiner Wohnung um mich herum zu haben. Doch es wäre uns eventuell überhaupt nicht gut bekommen, den Ersuch der wohlhabenden, einflussreichen Eltern abzulehnen.

Nach dem ersten Probeunterricht folgte ein zweiter. Und dann legten die Chinesen fest, dass ab sofort bis zum 11. Juli an jedem Tag ein Unterrichtskurs stattfinden sollte – natürlich vollkommen ohne mein Einverständnis. Damit bin ich zwar nicht gerade glücklich, aber immerhin ist das Ende in Sichtweite und es wurden nur sieben Kinder eingeschrieben. Die Kinder sind zwischen vier und sieben Jahre alt – also im Vorschulalter und somit ein Stück jünger als ich im Vorfeld erwartet hatte. Ich musste mir ein paar Dinge einfallen lassen, um spielerisch zu lernen, damit sich die Kleinen nicht langweilen oder unruhig werden.

Immerhin ist der Au-pair-Junge während des Unterrichts hilfreich, da er mit den Kindern reden kann. Zusätzliche Hilfe bekomme ich von einer 13-jährigen Schülerin, die aber auch nur sehr rudimentäres Englisch spricht. In der vergangenen Woche war meine Frau für drei Tage in Nanjing und hat mir meine Lieblingsfrucht – die Heidelbeere – mitgebracht. Damit hat sie mir am Wochenende einen köstlichen Nachtisch zubereitet, den ich in Zukunft gerne öfters konsumieren möchte. Außerdem überraschte sie mich nach dem Tischtennistraining mit einer neuen Frisur. Ihre Haare sind nun nur noch mittellang. Mir gefällt es sehr gut.

Liebe Grüße,

Benjamin

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