Ich stehe wieder im Klassenzimmer!

Hallo,

inzwischen sind wir bereits seit zwei Wochen wieder in China und zu unserem großen Glück können wir nachts wieder zu unseren gewohnten Uhrzeiten einschlafen. Der Jetlag ist also endlich überwunden. Das mindert allerdings nicht die missliche Tatsache, dass ich in China generell eher schlecht schlafe. Ich weiß nicht genau, woran das liegt, aber es spielen wohl zahlreiche Faktoren eine Rolle. Einerseits sind die Matratzen generell sehr hart. Andererseits stehen die Chinesen sehr früh auf und verursachen bereits in den Morgenstunden enorm viel Lärm, den das äußerst schlecht gedämmte Haus kaum abzuschwächen vermag.

Des Weiteren sind Jalousien, die den Raum vollständig abdunkeln, hierzulande einfach nicht gängig. Sobald es anfängt zu dämmern, ist mir unser Schlafzimmer für einen erholsamen Schlaf also bereits zu hell. Wenn man nun berücksichtigt, dass ich seit jeher ein bis zwei Stunden brauche, um überhaupt einschlafen zu können, wird mein Problem offensichtlich: Ich schlafe zu spät ein und kann nicht einmal anständig ausschlafen. Auf längere Dauer kann das nicht so gut sein, weswegen ich demnächst eine Schlafmaske ausprobieren möchte. Ohrstöpsel kommen für mich jedoch aus anderweitigen Gründen leider nicht infrage.

Momentan kursiert eine Schweinekrankheit durch das Land, an der – Gerüchten zufolge – bereits Menschen gestorben sind. Deswegen wurde bei uns der gesamte Schweinebestand notgeschlachtet. Das führt natürlich zu einer gewissen Knappheit. Natürlich kann ich auf das Fleisch verzichten, doch leider wird unser selbstgemachtes Bratfett langsam knapp. Da Haojing weder Rind noch Milchprodukte isst und ich unter keinen Umständen flüssige Pflanzenöle erhitzen möchte, haben wir kaum Optionen. Zu unseren Möglichkeiten zählen noch unverarbeitetes Kokosöl, Palmöl oder auch Gänseschmalz. Doch diese Fette sind in China nicht einfach zu bekommen.

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Die Schweinefleischknappheit besitzt allerdings auch durchaus positive Seiten: Die kulinarische Auswahl an anderen Tieren steigt rapide. Ich hatte bereits zweimal gegrilltes Lammbein. Dieses verfügt über ein besonders großes Stück aus zusammenhängendem, zartem Fleisch, das nicht von Knochen, Knorpel, Sehnen, dicken Fettschichten oder undefinierbarem Zeug durchwachsen ist, so wie es in China sonst üblich ist. Dieses Gericht ist derart lecker, dass ich beim ersten Mal ein vollständiges Lammbein alleine vertilgte. Außerdem habe ich vergangene Woche Zikaden gegessen, die mir ebenfalls sehr gut bekommen sind.

Da die Sommerferien seit September vorbei sind, kam ich wieder im Klassenraum zum Einsatz. Glücklicherweise muss ich nur zweimal pro Woche (jeden Dienstag und Donnerstag) eine Stunde Englisch unterrichten. Ich betreue zwei Klassen, von denen ich bislang aber nur eine kennengelernt habe. In dieser befinden sich etwas mehr als 20 fünf- bis siebenjährige Kinder. Der erste Unterricht entpuppte sich als mühsam, da ich diesmal niemanden an meiner Seite habe, der meine Anweisungen übersetzt. Dieser Umstand macht es nochmal besonders schwierig, einen solchen Haufen irgendwie im Zaum zu halten.

Um das Eis zu brechen, habe ich Schokolade aus Deutschland (Ritter Sport Mini) mitgebracht und verteilt. Darüber haben sich die Kinder riesig gefreut. Ich bin sehr gespannt, wie sich diese Sache in Zukunft entwickeln wird. Momentan herrscht feucht-warmes Wetter in Jiangsu. Es regnet relativ oft, was mich aber bei den Temperaturen um die 30 Grad Celsius überhaupt nicht stört. Ich gehe nach wie vor regelmäßig zur Massage. Letztes Mal war ich in einem anderen Salon, der ein bisschen weniger nach Bordell aussieht. Dort bekam ich eine 30-minütige Rückenmassage, wurde anschließend geschröpft und war hinterher nur acht Euro leichter.

Liebe Grüße,

Benjamin

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