Ich habe ein neues Lieblings-Restaurant!

Hallo,

Die zurückliegenden Tage waren recht ereignisreich. Letzten Montag hatte Haojing Geburtstag und wurde 31 Jahre alt. Da für die meisten Chinesen der Mondkalender aber wichtiger als der Sonnenkalender ist, hatte meine Frau eigentlich schon zum zweiten Mal Grund zu feiern. Aus Sicht ihrer Familie hatte sie bereits vor zwei Wochen Geburtstag. Da ich als Deutscher allerdings meine gewohnte Zeitschreibung bevorzuge, halte ich mich einfach an den 30. September. Eigentlich schenken wir uns zu solcherlei Anlässen nichts. Dennoch wollte ich Haojing mit Blumen überraschen. Als sie zur Arbeit fuhr, machte ich mich in Dayouzhen auf die Suche.

Leider fand ich so gut wie nichts. Ich machte schließlich in einem kleinen Laden halt, der einige Topfpflanzen im Portfolio hatte. Die Verkäuferin schien sehr überrascht über mein Vorhaben zu sein. Sie fragte mich andauernd, wo ich herkomme und wo ich wohne. Ich dachte schon, sie wollte mir gar nichts verkaufen. Außerdem war die Auswahl äußerst beschränkt. Es gab nur zwei Pflanzen, die auf irgendeine Weise geblüht haben. Ich entschied mich spontan für eine und kaufte dazu den einzigen Blumentopf, der da war. Als ich wieder zu Hause war, putzte ich sämtliche Blätter vorsichtig ab, da eine dicke Staubschicht die Ästhetik arg trübte.

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Haojing kam in der Mittagspause nach Hause und freute sich riesig über das kleine Geschenk. Obwohl sie nachmittags wieder arbeiten musste, hatten wir einen wunderschönen Tag. Am nächsten Morgen wurde ich (wiedermal) um fünf Uhr morgens durch Feuerwerkskörper geweckt. Es war der chinesische Nationalfeiertag und alle spielten verrückt. Haojing und ich sahen uns die Militärparade im Fernsehen an. Ich ging irgendwann an meinen Computer, weil mir das zu langweilig wurde. Die Volksrepublik China wurde dieses Jahr übrigens 70 Jahre alt. Darauf sind die Menschen hier sehr stolz. Überall hängen chinesische Flaggen herum.

Am Freitagabend hatten wir noch Besuch von drei Arbeitskollegen meiner Frau. Haojing kochte für alle und anschließend sahen wir uns noch gemeinsam eine Folge der Serie „Black Mirror“ an. Ich kenne bereits alle Episoden, doch unsere Gäste wollten sich die Serie unbedingt mal anschauen. Spät abends spülte ich noch den gewaltigen Geschirrhaufen ab, denn schon am nächsten Vormittag sollten wir beide uns auf den Weg nach Yancheng begeben. Haojing und ich wollten dort einen Kurzurlaub verbringen, weil wir am Sonntag sowieso einen Experten vom dortigen Flughafen abholen mussten. Der Verkehr auf der Autobahn war die Hölle.

Die Woche, in die der Nationalfeiertag fällt, wird „Goldene Woche“ genannt. Währenddessen haben zahlreiche Arbeiter frei und darüber hinaus kostet die Benutzung der Autobahn keine Maut. Als wir endlich in Yancheng waren, wollten wir Koreanisch essen gehen. Wir parkten in der Tiefgarage unter einer großen Galerie. Unglücklicherweise fanden wir das Restaurant nicht und kamen auch durch Fragen nicht weiter. Deswegen entschieden wir uns kurzerhand für einen Tibeter. Für mich war das Essen in Ordnung, Haojing war leider etwas enttäuscht. Im Anschluss machten wir uns auf den Weg zu unserem nächsten Programmpunkt.

Wir hatten einen Escape Room gebucht. Zusammen mit einer Gruppe von vier ziemlich jungen Chinesinnen arbeiteten wir uns durch mehrere Räume und schafften es am Ende sogar. Bei vielen Fragestellungen war ich keine Hilfe, da mein Chinesisch schlicht und ergreifend zu schlecht war. Wenige Aufgaben hätte die Gruppe aber wohl nicht ohne mich geschafft, weswegen ich durchaus zufrieden war. Um Bilder zu machen, war es zu dunkel. Am Abend fuhren wir beide noch Go-Karts. Haojing hatte jedoch keinen Spaß daran und fuhr nach nur kurzer Zeit wieder in die Box. Das führte dazu, dass ich meine restlichen Runden alleine drehte.

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Wir übernachteten in einem tollen Hotel, direkt neben dem europäischen Viertel, wo wir am Sonntagmorgen hingingen. Dort sind dutzende Häuser im europäischen Stil aufgebaut. Die Gegend war enorm sauber und idyllisch. Ich habe derart viele Fotos geschossen, dass ich gar nicht alle auf meinem Blog veröffentlichen kann. Mitten im europäischen Viertel fanden wir ein japanisches Restaurant. Das traf sich gut, denn es war schon bald Mittagszeit. Dort zu Gastieren war definitiv die beste Entscheidung des gesamten Wochenendes. Ich kann mich nicht daran erinnern, jemals so gut in einem Restaurant gegessen zu haben.

Es gab jede Menge rohen Fisch, aber auch einen Gemüsesalat mit Fischlaich, gegrilltes Rindfleisch, gebratenen Pak Choi, ein Gericht aus Gänseleber und Ei sowie eine süßliche Kürbissuppe. Jede Speise schmeckte ganz vorzüglich, aber ganz besonders stachen das Rindfleisch und die verschiedenen Gewürze respektive Soßen hervor. Dort werde ich auf jeden Fall nochmal essen gehen. Ich übertreibe nicht. Das Essen war wirklich eine Offenbarung. Hinterher machten wir uns schon auf den Weg zum Flughafen, um den Kurzeitexperten abzuholen. Kurioserweise stellte sich heraus, dass er Luxemburger ist. Die Welt ist tatsächlich klein.

Liebe Grüße,

Benjamin

Ein Kommentar zu „Ich habe ein neues Lieblings-Restaurant!

  1. Das sind wirklich schöne Bilder. Besonders das Essen gefällt mir sehr gut.😆
    Ich kann mir nur allzu gut vorstellen, wie sehr es euch gefallen hat und freue mich schon sehr auf den nächsten Beitrag.

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