Wenig Neues – doch nur Gutes!

Hallo,

mein letzter Beitrag liegt inzwischen über zwei Wochen in der Vergangenheit. Das liegt daran, dass einerseits nicht allzu viel Berichtenswertes passierte und ich andererseits mehr Arbeit als üblich habe. Bezüglich meiner Deutschlandreise sieht nach wie vor alles gut aus. Der für den 13. Oktober gebuchte Flug steht immer noch auf den Flugplänen. Auch ein Anruf beim Nanjing-Büro der Lufthansa, den meine wundervolle Frau tätigte, konnte meine Buchung abermals bestätigen. Demnach werde ich völlig normal – ohne PCR-Test oder ähnliches – an Bord gehen können. Ich benötige lediglich einen grünen Gesundheitscode, damit man mich den Flughafen betreten lässt.

Das ist die einzige Corona-bedingte Einschränkung, die es in China gibt. Um öffentliche Einrichtungen betreten zu dürfen, wozu freilich auch Flughäfen gehören, braucht man einen grünen Gesundheitscode. Jener ist grün, wenn man in den zurückliegenden zwei Wochen nicht auf einen Covid-19-Infizierten gestoßen ist. Eine ähnliche Tracking-App konnte sich in Deutschland nicht flächendeckend durchsetzen, weil sie unter der Bevölkerung nicht auf ausreichend Akzeptanz gestoßen ist. Hierzulande gibt es ebenso Möglichkeiten, ohne Gesundheitscode auszukommen oder sogar zu reisen, aber das macht das Leben unnötig kompliziert.

Für mich ist das ein Musterbeispiel dafür, wie andersartig die chinesische Gesellschaft im Vergleich zur deutschen ist. Anonymität, Datenschutz und Überwachung interessieren niemanden. Die Chinesen nehmen jede technische Errungenschaft ohne kritisches Nachdenken dankend entgegen. Auf weniger technisierte Gesellschaften reagieren sie mit Unverständnis und Kopfschütteln. Diese Einstellung hat die hiesige Bevölkerung längst verinnerlicht. Aus ihrer Perspektive ist alles andere altmodisch oder gar rückständig. Vielleicht haben sie damit recht, vielleicht nicht. Hier muss man schlicht und ergreifend die unterschiedlichen Standpunkte akzeptieren.

Leider habe ich das Geld für meine beiden im Juli abgesagten Flüge immer noch nicht zurückbekommen. Langsam nähert sich die Dreimonatsfrist, mit der mich mein Kreditkarteninstitut bei meinem Anruf vertröstete, dem Ende zu. Ich werde mich jedoch erst weiter darum kümmern, sobald ich in Deutschland bin. An dieser Stelle ist Schluss mit allgemeinem Geschwafel und ich gehe auf die jüngsten Geschehnisse ein. Das zweite Training, das Haojing für einige Mitarbeiter der Huanghai-Farm organisierte, ist endlich vorbei. Damit hatte sie wirklich viel Stress, weil sie sowohl eine fleißige als auch perfektionistische Arbeitseinstellung hat.

Nachdem wir die beiden externen Mitarbeiterinnen zum Flughafen zurückgebracht hatten, suchten wir zunächst wieder unser japanisches Lieblingsrestaurant auf. Beim letzten Mal war es wegen Umbauarbeiten geschlossen – dieses Mal leider ebenfalls. Notgedrungen speisten wir woanders. Im Anschluss kauften wir erneut westliche Produkte im Metro ein. Diesmal gönnte ich mir einige Flaschen Bitburger Bier, die ich genüsslich während der ersten Pflichtspiele von Borussia Dortmund trank. Ich bin enorm glücklich darüber, dass endlich wieder Fußball läuft. Mit (normalerweise) üppig Freizeit ausgestattet, habe ich nicht gerade viele Aktivitäten vorzuweisen.

Natürlich ist da noch das Tischtennistraining, das ich dreimal pro Woche besuche. Diesmal liefere ich zwei Spielausschnitte gegen einen der stärksten Gegner, der beim SV Wolsfeld mit Sicherheit in der ersten Mannschaft spielen würde. In den Ausschnitten sehe ich zwar ganz gut aus, doch verloren habe ich am Ende trotzdem. Zu Beginn des Beitrags erwähnte ich, dass ich momentan mehr Arbeit als üblich habe. Das liegt darin begründet, dass aktuell zwei der vier Techniker meines Arbeitgebers ausfallen und mich mein Chef fragte, ob ich in den nächsten beiden Wochen Vollzeit arbeiten könnte. Dem habe ich zugestimmt, weil ich lieb bin.

Liebe Grüße,

Benjamin

Ich habe noch etwas zu erzählen…

Hallo,

um meine Leserschaft auf dem Laufenden zu halten, kommt selbstredend zuerst die gewohnte Info zu meiner Deutschlandreise. An dieser Stelle gibt es nichts Neues. Mein Lufthansa-Direktflug von Nanjing nach Frankfurt ist nach wie vor für den 13. Oktober vorgesehen. Eine kurzfristige Verschiebung halte ich durchaus für möglich. Dass der Flug komplett ausfallen könnte, glaube ich aber nicht. Wenn nichts Außergewöhnliches dazwischenkommt, werde ich dieses Jahr folglich noch deutschen Boden betreten. Auf die Rückzahlung meiner beiden abgesagten Flugreisen warte ich leider noch immer vergeblich.

Mein letzter Beitrag war recht lang, weswegen ich nicht alle Einzelheiten in meinen Urlaubsbericht einbringen konnte. Hinzufügen möchte ich noch, dass in der Region, in der wir unterwegs waren, hauptsächlich Yao-Chinesen leben. Bei diesen Menschen handelt es sich um eine der zahlreichen ethnischen Minderheiten in China. Zur traditionellen Kleidung der Yao zählen Kopfbedeckungen aus roten, gemusterten Tüchern. Zum Schutz der Kultur von Minderheiten gibt es hierzulande übrigens ein Gesetz, nach dem Beamte in öffentlichen Einrichtungen mindestens an zwei Tagen pro Woche ihre traditionelle Tracht tragen müssen.

Die Bergbauern, die Haojing und ich besucht haben und deren traditionelle Kleidung wir anprobieren durften, gehören ebenfalls zur Volksgruppe der Yao. Sie schlachteten extra für uns zwei Hühner. Ich habe zugesehen. Dabei wurde nicht einfach der Kopf abgeschlagen. Den Tieren wurde mit einem Messer die Halsschlagader aufgeschlitzt, das Blut wurde in einer Schale aufgefangen und im Anschluss wurden sie auf den Boden geworfen. Nach ein oder zwei Minuten wurden sie in heißes Wasser gelegt, um die Federn einfacher entfernen zu können. Erst dann hörten die Hühner auf, sich zu bewegen – sie waren also noch ziemlich lange am Leben.

Ich sehe das ziemlich wertfrei, aber natürlich kann sich jeder über diese Sache sein eigenes Urteil bilden. Allzu lange möchte ich nicht bei Urlaubserlebnissen bleiben, denn immerhin gibt es auch ein paar aktuellere Dinge, über die ich schreiben kann. Letzten Samstag fiel das Tischtennistraining leider aus, weil einige Umbauten im Gebäude durchgeführt wurden. Auf dem Rückweg ging ich am Supermarkt vorbei, wo eine Bühne mit Moderation und Tänzerinnen aufgebaut war. Letztere traten bauchnabelfrei auf, was in China bereits das Äußerste ist, wie sich eine Frau in der Öffentlichkeit zeigen sollte. Ich freute mich darüber und schaute ein wenig zu.

Am Sonntagabend offenbarte sich schließlich der Grund für die Umbauarbeiten im Tischtennisgebäude. Der Saal wurde mit einem Gummiboden ausgestattet. Darüber hinaus wurde ein Vorhang aufgehängt, der die Tischtennisbälle davon abhalten soll, in eine schlecht zugängliche Rinne zu fallen. Außerdem wurden zwei Klimaanlagen installiert. Jetzt ist es also endlich möglich, im Sommer bei unter 40 Grad Celsius und im Winter bei über 5 Grad Celsius Tischtennis zu spielen. Am Sonntag bestand die erste Hälfte des Trainings daraus, den Gummiboden zu putzen und die Platten, Banden, Pulte und Stühle an ihren Platz zu stellen.

Am Mittwoch traf ich auf einen jungen Spieler, der ein altes BVB-Trikot trug. Zwar bin ich mir nicht sicher, ob er überhaupt wusste, was er anhatte, aber ich signalisierte ihm, dass ich sein Outfit ziemlich cool fand. Im weiteren Verlauf der Woche mussten Haojing und ich wieder zwei ihrer Arbeitskolleginnen vom Flughafen in Yancheng abholen. Mittags gingen wir gemeinsam japanisch essen. Im Anschluss besuchten wir nochmals das nahegelegene Metro und kauften Produkte ein, die man in China nicht so einfach bekommt. Hierzu gehören unter anderem Butter, Joghurt, Käse, Lachs, Schokolade und Nürnberger Würstchen.

Liebe Grüße,

Benjamin

Viel Spaß bei meinem Urlaubsbericht!

Hallo,

zu Beginn meines Beitrags möchte ich vorwegnehmen, dass für uns eine recht aufregende, ereignisreiche Urlaubswoche zu Ende ging, aber alles der Reihe nach. Obwohl folgende Info chronologisch eigentlich an letzte Stelle gehören würde, möchte ich zuerst die erfolgreiche Buchung meines Deutschlandflugs vermelden. Am 13. Oktober werde ich mich im vier Autostunden entfernten Nanjing in einen Flieger setzen, aus dem ich erst knapp zwölf Stunden später in Frankfurt wieder aussteigen werde. Die Buchung habe ich direkt über die Lufthansa durchgeführt, weswegen diesmal hoffentlich alles gutgehen wird.

Natürlich gibt es nach wie vor keine Garantie dafür, dass die Reise wie geplant verläuft, doch da ich nirgendwo zwischenlanden und umsteigen muss, wäre eine Verspätung oder gar eine Verschiebung kein großes Problem. Der Flug kostet 11.050 Yuan. Zum aktuellen Wechselkurs sind das ungefähr 1.350 Euro, was ziemlich teuer ist. Deshalb habe ich einen Deal mit meinem Arbeitgeber abgeschlossen, der die Kosten freundlicherweise übernimmt. Im Gegenzug werde ich voraussichtlich vier Wochen Vollzeit arbeiten, aber nur meine aktuelle Teilzeitbezahlung erhalten. Die Einzelheiten müssen allerdings noch geklärt werden.

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Kommen wir nun zu unserem Urlaub: Am frühen Nachmittag des vorletzten Mittwochs ging die Reise los. Haojing und ich wurden von einem ihrer Arbeitskollegen zum Bahnhof nach Binhai gebracht, von wo wir mit dem Zug drei Stunden nach Qingdao fuhren. Diese Stadt weist eine deutsche Historie auf, weswegen sie folglich auch die Heimat des guten Tsingtao-Biers ist. Leider verbrachten wir dort nur einen kurzen Abend. Dennoch reichte die Zeit aus, um in einem als „authentisch“ beworbenen deutschen Restaurant zu essen. Zu meiner Überraschung waren unsere Gerichte gar nicht mal so schlecht, aber natürlich trotzdem chinesisch angehaucht.

Nach einer kurzen Nacht im Hotel ging es für uns weiter zum Flughafen, damit wir unseren Flug nach Nanning antreten konnten. Nanning ist die Hauptstadt der Provinz Guangxi, ganz im Süden Chinas an der vietnamesischen Grenze. Dementsprechend lange dauerte unser Flug. Wir saßen länger als sechs Stunden im Flugzeug, das unterwegs in Chongqing landete, um einige Passagiere abzusetzen und andere mitzunehmen. Solche Zwischenlandungen sind im chinesischen Inlandsflugverkehr vollkommen normal. Als wir endlich in Nanning ankamen, trafen wir uns mit Haojings Bekannten und wurden in unser Hotel nach Fangchenggang gebracht.

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An dieser Stelle muss man wissen, dass es in den ersten Tagen unseres Urlaubs ein paar Termine gab, die Haojing wahrnehmen musste. In China sind die Menschen stets sehr darum bemüht, geschäftliche Kontakte zu knüpfen, um möglichst viele berufliche Möglichkeiten in der Hinterhand zu haben. Selbstverständlich nahm ich auch am Programm teil. Am Freitag ging es schließlich los. Wir fuhren ein Unternehmen besichtigen, das Zimt produziert. Hintergrund war eine Zertifizierung, die für den europäischen Markt unerlässlich ist, aber das nur am Rande. Ich hatte einen schlechten Tag, da mein Handy scheinbar den Geist aufgab.

Als ich während der Autofahrt auf mein Smartphone schauen wollte, blieb das Display schwarz. Die Hintergrundbeleuchtung war ausgefallen. Beim Neustart des Geräts fiel mir jedoch auf, dass die Startanimation völlig normal angezeigt wurde. Erst nachdem das Betriebssystem hochgefahren war, erwies sich das Display als unbrauchbar. Ich vermute, dass ein Virus dieses Problem auslöste. Am Vorabend hatte ich beim Surfen einmal achtlos auf „Allow“ gedrückt. Als Lösung startete ich Android mit erweiterten Startoptionen und führte einen Factory-Reset durch. Das behob das Problem zwar, doch mein Handy blieb unbrauchbar.

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Nach einem solchen Reset startet ein Android-Gerät den Einrichtungsassistenten. Während dieser Prozedur musste ich das Smartphone unglücklicherweise mit meinem Google-Konto verbinden. Da es via erweiterter Startoptionen – also ohne Passwort- oder Mustereingabe – zurückgesetzt wurde, führte kein Weg an einer Google-Anmeldung vorbei. Genau das war nicht möglich, da (fast) alle Google-Dienste in China gesperrt sind. Ich konnte den Einrichtungsassistenten also nicht abschließen und mein Handy folglich nicht nutzen. Dieses Problem konnte ich erst wieder zu Hause, mit Hilfe meines VPN-Routers, umgehen beziehungsweise lösen.

Jedenfalls war ich ab diesem Tag nur noch über Haojing erreichbar. Den weiteren Verlauf unseres Urlaubs schmälerte das jedoch kaum. Lediglich das Reisen wurde komplizierter, weil sich mein Health-Code auf dem Handy befand – aber natürlich kann man in China auch ohne Health-Code reisen. Zusammen mit einer kleinen Gruppe waren wir viel in der Natur unterwegs und besichtigten die in den Bergen gelegenen Plantagen. Am Sonntag wechselten wir nochmal unseren Ort. Vier Stunden benötigten wir mit dem Zug nach Guilin, wo andere Räumlichkeiten und Felder für die Zertifizierung vorbereitet werden mussten.

Am Dienstag war das offizielle Programm, bei dem Haojing und ich eigentlich nur Anhang waren, vorbei. Nach der Verabschiedung fuhren wir beide noch in die wunderschöne Gegend um die Stadt Yangshuo, die allerdings auch sehr touristisch angehaucht ist. Dort mieteten wir ein Elektro-Dreirad, mit dem wir uns von Sehenswürdigkeit zu Sehenswürdigkeit fortbewegten. In der Stadt trafen wir einen Deutschen, der seit acht Jahren in China lebt und ein Restaurant in der Fußgängerzone unterhält. Dort gab es unter anderem ein frisch gezapftes, bayrisches Helles (Hofbräu München), das wirklich ganz hervorragend schmeckte.

Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Wir hatten einen wirklich schönen Urlaub. Erwähnenswert ist noch, dass mir einige Unterschiede zu den Gegebenheiten in unserer Heimat aufgefallen sind. Dort sind die Menschen wesentlich angenehmer und leben mit viel weniger gesellschaftlichen Zwängen. Außerdem ist die Landschaft – im Gegensatz zu Jiangsu – ein wahrgewordener Traum. Allerdings war das Essen dort weniger gut und die hygienischen Bedingungen waren sehr, sehr fragwürdig. Im Restaurant hat sich zum Beispiel kein Einheimischer daran gestört, dass eine Ratte in unseren Raum gekommen ist. Darüber hinaus war es generell dreckiger und versiffter.

Liebe Grüße

Benjamin

Ich habe Handy-Probleme!

Hallo,

ich möchte meine Leserschaft kurz und knapp darüber informieren, dass ich Probleme mit meinem Smartphone habe und auf diesem Wege während meines Urlaubs (bis zum 29. August) nicht mehr erreichbar sein werde. Das betrifft die Handy-Messenger Telegram, WeChat sowie WhatsApp. Auf E-Mails (inklusive Kontaktformular), Facebook und Skype kann ich theoretisch abends im Hotel via Laptop zugreifen. Die Art und Weise meines Handy-Versagens werde ich ausführlich in meinem kommenden Beitrag schildern. Jedoch möchte ich bereits im Vorfeld erwähnen, dass es verrückt war. Wer mich bezüglich dringender Anliegen kontaktieren muss, wendet sich bitte an Haojing oder eines meiner Familienmitglieder.

Liebe Grüße,

Benjamin

PS: Das war übrigens mein 100. Beitrag – wie feierlich!

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Auf zwei ereignislose Wochen folgt Urlaub!

Hallo,

seit unserem Kurzurlaub in Yancheng ist nicht allzu viel geschehen. Bezüglich meiner bevorstehenden Heimreise kann ich noch keine wesentlichen Neuinformationen verkünden. Nach wie vor plane ich einen mehrwöchigen Deutschlandaufenthalt von Oktober bis Ende Dezember oder Anfang Januar. Die Situation an den Flughäfen hat sich inzwischen deutlich verbessert. Die meisten Flieger heben nach Flugplan ab, darunter befinden sich auch einige internationale Flüge. Die Zustände haben sich aber (natürlich) noch nicht normalisiert, weswegen es immer noch gewisse Cancel-Risiken gibt und auch noch im Oktober geben wird.

Aktuell liebäugele ich mit einem Direktflug von Shanghai nach Frankfurt, der mich im günstigsten Fall gut 1.000 Euro kosten wird. Momentan fliegt die Lufthansa zweimal pro Monat nach Shanghai. Da Flugzeuge und Crew wieder zurückmüssen, sind Rückflüge selbstredend garantiert. Wenn es in die heiße Phase (September) geht, werde ich zuallererst bei der Lufthansa anrufen und telefonisch sicherstellen, dass ich einen tatsächlich geplanten Flug buche. Auf die Angaben diverser Internetportale kann man sich nämlich überhaupt nicht verlassen. Bezüglich der Rückzahlungen für meine beiden abgesagten Flugreisen gibt es leider noch nichts zu vermelden.

Die vergangenen zwei Wochen waren mehr oder weniger ereignislos. Aus meiner Perspektive ist das jedoch nichts Negatives. Ich lebe gerne meine stinknormale Alltagsroutine, die ich mir ja nicht umsonst so gestaltet habe, wie sie nun einmal ist. Da ich viel Freizeit habe, denke ich viel nach und beschäftige mich ausgiebig mit meinen Interessen. Jeden Tag lerne ich etwas Neues oder mir kommt wieder etwas Altes in den Sinn, woran ich schon lange nicht mehr gedacht habe. Besonders interessant ist, dass ich jenes Alte dann mit neuerem Wissen verbinden und in einem neuen Kontext sehen kann, den ich vorher nicht auf dem Schirm hatte.

Wer mich kennt, weiß, dass ich mich sehr für die Themen Ernährung und Gesundheit interessiere und meine Schlussfolgerungen an mir selbst ausprobiere. Aktuell faste ich zum Beispiel an einem Wochentag. Dann nehme ich von 0:00 Uhr bis 12:00 Uhr des Folgetages – also 36 Stunden – keine feste Nahrung zu mir. Ein paar Kalorien kommen trotzdem rein, weil ich damit begonnen habe, jeden Tag zwei Tassen Knochenbrühe zu trinken. An den üblichen Tagen esse ich regelmäßig sieben Eier, zirka 300 Gramm Fleisch oder Fisch und etwa ein Kilogramm stärkearmes Gemüse. Ein- bis zweimal pro Woche gibt es Leber – die größte Vitaminbombe der Natur.

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Als Snacks fungieren Nüsse oder ungezuckerte Milchprodukte. Für unsere Gesundheit ist es enorm wichtig, genügend Protein aufzunehmen, insbesondere dann, wenn man gelegentlich fastet. Viele Menschen pumpen sich mit Vitaminen voll und sind dennoch andauernd krank – es fehlt ihnen schlicht und ergreifend an Protein. Als Nichtsportler sollte man täglich mindestens 1,2 Gramm Protein pro Kilogramm Körpergewicht aufnehmen, gerne auch deutlich mehr. Ein paar Mikronährstoffe supplemtiere ich auch, von denen allerdings nur Vitamin D3 wirklich relevant ist. Selbstverständlich ist Ernährung nur ein Aspekt eines gesunden Lebenswandels.

Stress, Umwelteinflüsse sowie Bewegung sind ebenfalls von Bedeutung. Ich achte zum Beispiel darauf, jeden Tag mindestens 10.000 Schritte zu gehen. Darüber hinaus mache ich jeden zweiten Tag meine Liegestütze und spiele dreimal pro Woche Tischtennis. Momentan ist es sehr warm und der Saal, in dem die Platten stehen, befindet sich auf der Sonnenseite. Die Innenraumtemperaturen liegen bei deutlich über 40 Grad Celsius. Es ist fast so, als würde man in einer Sauna Sport treiben. Gerade deshalb halte ich es für ein ausgezeichnetes Herz-Kreislauf-Training. Die Kleidung ist dann so nass und schwer, als käme man gerade aus dem Wasser.

Das hat eine üble Konsequenz: Es entsteht Reibung auf der Haut, die schließlich an den entsprechenden Regionen wund wird und – wenn man nicht rechtzeitig aufhört – sogar zu bluten anfängt. Wie man aus dieser Beschreibung bereits herauszulesen kann, ist mir diese äußerst schmerzhafte Erfahrung leider nicht fremd. Ich muss also wohl oder übel ein oder zwei Gänge zurückschalten. Wenn ich im Training bin, spiele ich meistens zweieinhalb Stunden am Stück, ohne Pause. Die Chinesen absolvieren höchstens zwei Matches hintereinander und setzen sich dann hin. Einige spielen auch oberkörperfrei, aber das ist überhaupt nicht mein Ding.

Eigentlich hatte ich kaum Berichtenswertes für diesen Beitrag, aber wenn ich erst einmal mit dem Herumfabulieren anfange, wird ein Text irgendwie länger als im Vorfeld angenommen. Ich möchte meiner Leserschaft allerdings noch mitteilen, dass Haojing und ich morgen in Urlaub fahren werden. Zunächst geht es mit dem Zug nach Qingdao, von wo aus wir nach Fangchenggang fliegen. Die Stadt liegt in der Provinz Guangxi, ganz im Süden der Volksrepublik an der vietnamesischen Grenze. Dort werden wir eine hoffentlich entspannende Woche verbringen. Mit meinem nächsten Beitrag werde ich sowohl Bericht als auch Bilder liefern.

Liebe Grüße,

Benjamin

Ein Kurzurlaub in Yancheng!

Hallo,

um meine Leserschaft kurz und knapp auf den jüngsten Stand zu bringen, möchte ich anmerken, dass es noch keine Neuigkeiten bezüglich meiner geplanten Heimreise gibt. Seriöse Angebote stehen nach wie vor auf den Oktober-Plänen der Fluggesellschaften. Es hat allerdings ein paar Änderungen gegeben. Nichtsdestotrotz bin ich recht optimistisch, dass mein dritter Anlauf erfolgreich sein wird. Aller Voraussicht nach werde ich Anfang September buchen. Anmerken möchte ich außerdem noch, dass ich nach wie vor auf die Rückerstattung meiner beiden ausgefallenen Flugreisen warte. Das wird sich wohl noch eine ganze Weile ziehen.

Letzten Freitag brachten Haojing und ich zwei Kurzzeitexperten, die als Aushilfe für das zurückliegende Training der Huanghai-Farm angeheuert wurden, zum Flughafen nach Yancheng. Daraufhin entschieden wir uns dazu, das Wochenende dort zu verbringen und einen Kurzurlaub zu machen, den sich vor allem meine hart arbeitende Frau redlich verdient hatte. Yancheng ist die Hauptstadt unseres Bezirks. Die 1,5-Millionen-Einwohner-Stadt liegt zirka eineinhalb Autostunden südlich von unserem Heimatort Dayouzhen. Die nächstgrößere Verwaltungseinheit ist bereits die Provinz Jiangsu, deren Hauptstadt Nanjing ist.

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Nachdem wir die beiden Frauen am Flughafen abgesetzt hatten, stellten wir missmutig fest, dass unser kurzfristig gebuchtes Hotel 70 Kilometer entfernt – weit außerhalb des städtischen Gebiets – lag. Wir entschieden uns für eine Stornierung und suchten ein mehr oder weniger zentral gelegenes Hotel. Wer meine liebe Frau kennt, kann sich sicherlich denken, dass das kein einfaches Hotel war, in dem man sich nur kurz zum Übernachten aufhält. Natürlich handelte es sich um ein Luxushotel mit Schwimmbad, Fitnessbereich und wirklich tollen Zimmern. Wir kamen im 27. Stockwerk unter und erfreuten uns einer herrlichen Aussicht.

Noch vor dem Check-in wollten wir zum Japaner im europäischen Viertel, von dem ich schon mal in einem vergangenen Beitrag schwärmte, zu Mittag essen gehen. Leider stellte sich heraus, dass dieser wegen Umbauarbeiten geschlossen hatte. Also suchten wir uns ein anderes Restaurant in der Gegend. Den Nachmittag verbrachten wir im Hotel, da ich von 14 bis 19 Uhr arbeiten musste. Abends schlenderten wir noch durch die Stadt und suchten vergeblich nach Badebekleidung, da wir noch ins Hotel-Schwimmbad wollten. Eigentlich hatten wir bereits aufgegeben, doch glücklicherweise konnten wir diese schlussendlich im Hotel bekommen.

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Am Samstag hatten wir ein volles Programm. Am Vormittag ging es in das Technik- und Wissenschaftsmuseum, das eigentlich ganz nett war. Selbstverständlich konnte es nicht mit dem Museum in Shanghai mithalten, das wir einen Monat zuvor besuchten. Zu Mittag aßen wir diesmal bei einem koreanischen Restaurant. Hierzu muss man wissen, dass Yancheng aufgrund seiner geografischen Nähe zu Korea zahlreiche koreanische Unternehmen beherbergt. Dort lebt eine derart große Anzahl Koreaner, dass sogar die Straßenbeschilderung (neben Chinesisch) auf Koreanisch ist. Demzufolge sollten die Restaurants sehr authentisch sein.

Am Nachmittag besichtigten wir das Salzmuseum. Ins Deutsche übersetzt bedeutet Yancheng „Salzstadt“. Der Abbau von Salz spielte in der Geschichte der Stadt eine enorm wichtige Rolle. Über Jahrtausende hinweg war Salz ähnlich wertvoll wie Gold – nicht nur in China. Ich fand das Museum dementsprechend interessant. Abends probierten wir den Hotel-Fitnessraum aus. Am Sonntag aßen wir schließlich noch bei einem (anderen) japanischen Restaurant und absolvierten einen Großeinkauf im Metro, wo wir unter anderem Joghurt, Käse, Kokosfett und Lachs einkauften. Anschließend begaben wir uns auf den Heimweg.

Liebe Grüße,

Benjamin

Ich wurde als IT-Experte hinzugezogen!

Hallo,

in letzter Zeit vergehen die Wochen nicht gerade schnell. Seitdem ich akzeptiert habe, dass meine Deutschlandreise wohl auch im August nicht stattfinden wird, sehe ich sozusagen ein großes Loch vor mir. Selbstredend steht dieses Loch für die unbekannte Zeitspanne, die ich noch auf meinen Flug warten muss. Leider sehe ich seriöse Angebote, die meinen Preisvorstellungen entsprechen, erst wieder ab September. Im Oktober wird die Lage – aller Voraussicht nach – sogar noch besser aussehen. Sollten sich die Abflugpläne nicht vollständig ändern, gäbe es dann sogar Direktflüge von Nanjing oder Shanghai für weniger als 1.000 Euro.

Weitere Möglichkeiten, bei denen ich nur einmal umsteigen und mich nicht eigenständig um den Transfer kümmern müsste, würden mich etwa die Hälfte kosten. Jedoch ist es für eine Buchung noch viel zu früh. Da man eine Kreditkartenzahlung nur innerhalb der ersten acht Wochen reklamieren kann, werde ich keinen Flug buchen, der weiter als einen Monat in der Zukunft liegt. Im Übrigen sind die Reklamationsanträge meiner beiden ausgefallenen Flugreisen vom 4. Juli bei meinem Kreditkarteninstitut eingegangen und werden zurzeit bearbeitet. Bis ich mein Geld zurückbekomme, können leider bis zu drei Monate vergehen.

Haojing arbeitet bekanntlich für ein deutsches Unternehmen, das im Auftrag des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) eine Kooperation mit der chinesischen Huanghai-Farm durchführt. Hierbei sendet ihr Arbeitgeber für drei Jahre ein Expertenteam nach China. Der Job meiner Frau besteht neben Dolmetschen unter anderem auch aus dem Organisieren der verschiedensten Dinge. Obwohl ich es eigentlich für Zeitverschwendung halte, wollten die Entscheidungsträger wohl endlich wieder irgendetwas Produktives machen. Also wurde ein Training für einige Mitarbeiter der Huanghai-Farm angesetzt.

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Die Sache krankte allerdings von Beginn an an folgendem Problem: Sämtliche Experten befindet sich momentan nicht in China und dürfen aus bekannten Gründen nicht einreisen. Dementsprechend sollte dieses Training komplett aus der Ferne durchgeführt werden. Als ich das zum ersten Mal hörte, schlug ich bereits meine Hände über dem Kopf zusammen. Ich hielt diese Veranstaltung schon vorher für blinden Aktionismus. Diese dann aber aus der Ferne – außerhalb von China – durchzuführen, war für mich schlicht und ergreifend Zeitverschwendung. Wer China in der jüngeren Vergangenheit besuchte, sollte um die katastrophale Internetverbindung ins Ausland wissen.

Diese Informationen sind für meinen Blog durchaus relevant, denn ich sollte mich (außerhalb meiner regulären Arbeitszeiten) um die Technik kümmern. Es wurde extra ein teures, vierteiliges Kamerasystem gekauft, das den Raum überwachen und Livebilder nach Europa übertragen sollte. Mir war natürlich von Anfang an klar, dass das nicht funktionieren würde. Trotzdem wird auf der Gegenseite erwartet, dass man es immer wieder aufs Neue probiert. Meiner Meinung nach ist das verrückt. Wenn etwas nicht funktioniert, macht man doch nicht immer wieder dasselbe und erwartet dabei ein anderes Ergebnis. Das ist quasi IT-Alltag.

Eigentlich möchte ich nicht zu viel vom Training schreiben, weil es mich eigentlich gar nicht interessiert. Jedenfalls musste man sich mit Notlösungen (Videochats) über Wasser halten. Ansonsten habe ich aber auch nur wenig zu berichten. Das Wetter ist kurios. Es wechselt alle zwei bis drei Tage von monsunartigen Regenfällen zu strahlend blauem Himmel. Die Temperaturen bleiben dabei absolut im erträglichen Rahmen. Möglicherweise habe ich mich auch einfach an den heißeren Alltag gewöhnt. Ich ernähre mich seit Monaten ketogen und fühle mich nach wie vor sehr gut damit. Außerdem trainiere ich dreimal die Woche intensiv Tischtennis.

Liebe Grüße,

Benjamin

Ich habe ein paar Zweifel…

Hallo,

nach dem Hin und Her der vergangenen Wochen, bin ich mir aktuell ernsthaft am überlegen, keinen Deutschlandflug für August zu buchen. Die attraktiven Angebote, die mit nur einem Zwischenstopp direkt über die Fluglinie buchbar waren, sind inzwischen nicht mehr vorhanden oder fünfmal so teuer. Die bezahlbaren Flugreisen, die jetzt noch angeboten werden, erfordern in der Regel dreimaliges Umsteigen. Zu allem Unglück müsste ich mich um jene Transfers sogar selbst kümmern. Das wäre viel zu riskant. Wird nur einer dieser Flüge verschoben oder gibt es Probleme bei der Passkontrolle, sitze ich irgendwo im Nirgendwo fest.

Natürlich lasse ich mir die Situation noch eine gewisse Zeit durch den Kopf gehen und werde auch mit Haojing darüber sprechen. Dennoch scheint es die wesentlich klügere Variante zu sein, meinen Notfallplan in die Tat umzusetzen. Hier ist vorgesehen, erst einen Flug im Herbst zu buchen, dann aber bis nach Weihnachten zu bleiben. Zunächst klingt das nach einer längeren Verzögerung, doch liegt zum Beispiel der Oktober nur zwei Monate hinter dem August. Zu meinem Nachteil würde ich die schöne Jahreszeit komplett verpassen und ich könnte niemandem meine schicke neue Sommerkleidung präsentieren. Doch die Vorteile überwiegen.

Ich könnte höchstwahrscheinlich zwischen günstigen, seriösen Flugangeboten wählen. Da China wohl noch mehrere Wochen oder Monate keine Ausländer einreisen lässt, wäre außerdem die Zeit, die ich potenziell von meiner Frau getrennt leben müsste, auf jeden Fall kürzer. Darüber hinaus könnte ich im Herbst hoffentlich wieder am regulären Tischtennistraining teilnehmen. Die momentane Lösung in Deutschland kann ich kaum fassen und ist meiner Meinung nach vollkommen überzogen sowie wirkungslos. Selbst in der Wuhan-Region konnte ich schon im März ganz normal – ohne irgendwelche Einschränkungen oder Negativfolgen – Tischtennis spielen gehen.

 

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Da ich im letzten Beitrag einiges zu berichten hatte, sind diverse Kleinigkeiten verloren gegangen. Ich möchte noch nachtragen, dass es im Technik- und Wissenschaftsmuseum ein Spiel gab, bei dem die Kraft der Gedanken im Mittelpunkt stand. Zwei Spieler saßen sich an einem Tisch gegenüber. In der Mitte lag eine Kugel, die man durch pures Nachdenken in Richtung des Gegenspieler befördern musste. Natürlich funktionierte das Ganze mittels technischer Vorrichtung, in dem die Gehirnwellen gemessen wurden. Jedenfalls musste ich eine vernichtende Niederlage gegen meine Frau einstecken. Ich vermochte die Kugel nicht einen Hauch zu bewegen.

Am zurückliegenden Samstag gingen Haojing und ich mit einigen ihrer Arbeitskollegen in ein gutes Restaurant in Binhai essen. Dort waren wir zwar schon einmal im letzten Jahr, aber nichtsdestotrotz war es erneut eine äußerst angenehme Erfahrung. Im Eingangsbereich stand eine große quadratische Theke, um die wir herumgehen und unser Essen auswählen konnten. Dabei wurden wir von einer Kellnerin begleitet, die unsere Bestellung aufnahm. Im Anschluss setzten wir uns in eine der zahlreichen Kabinen, in der unser Essen nach und nach serviert wurde. In China bestellt man sich nicht seine eigene Portion. Alles wird stets mit jedermann geteilt.

Nach dem Restaurantbesuch gingen wir noch in ein nahegelegenes Einkaufszentrum. Dort trennten wir uns von den Arbeitskollegen, die ihre Kinder dabeihatten, und absolvierten einen kleinen Trip durch sämtliche Etagen. Unter anderem fuhren wir mittels VR-Brille und Bewegungssimulator virtuell Achterbahn. Zu guter Letzt möchte ich noch die aktuellen Fotos von unserem Haus präsentieren, das in einem kleinen Bergdorf in der Nähe von Chibi gebaut wird. Mit unseren Vorstellungen hat es eigentlich gar nichts mehr zu tun. Ich persönlich finde das nicht allzu schlimm. Man muss die hiesige Mentalität akzeptieren.

Liebe Grüße,

Benjamin

 

Leider noch in China – trotzdem schönes Wochenende!

Hallo,

wie es sich bereits in den zurückliegenden Wochen abzeichnete, fiel meine Reise nach Deutschland leider ins Wasser. Ziemlich direkt nach meinem letzten Beitrag wurde mein Flug nach Hongkong von Samstag auf Dienstag verschoben, weswegen ich die Anschlussflüge, die nicht ebenfalls auf Dienstag verschoben wurden, nicht wahrnehmen konnte. Weitere Flüge von Shanghai nach Frankfurt hätten mich mindestens 2.500 Euro gekostet. Selbstverständlich ist das eine Geldmenge, die man bezahlen könnte, wenn man unbedingt wollte. Eine besonders kluge Entscheidung wäre das jedoch nicht, weswegen ich China an diesem Wochenende nicht verließ.

Am Donnerstag läuft die Frist ab, die ich dem Reisebüro für die Rückerstattung meiner Reisekosten (erste gecancelte Reise) gesetzt habe. Ich rechne damit, dass mich der Support bis dahin weiterhin erfolgreich ignorieren wird. Glücklicherweise kann man Kreditkartenzahlungen reklamieren. Auf der Website meines Anbieters gibt es sogar ein entsprechendes Formular, das ich eigentlich nur ausfüllen, unterschreiben und versenden muss. Ich rechne also damit, dass das Geld nicht verloren ist. Selbigen Prozess werde ich auch für meine zweite Reise einleiten, sobald die Frist, die ich dem Reisebüro gesetzt habe, abgelaufen ist.

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Meinen nächsten Versuch einer Deutschlandreise werde ich wohl Anfang oder Mitte August angehen. Für kommenden Monat gibt es tatsächlich einige attraktive Angebote. Das kann sich natürlich noch ändern. Schaut man sich die aktuellen Abflugdaten des Shanghai-Pudong-Airports an, bekommt man graue Haare. Nicht einmal zehn Prozent der Flugzeuge heben nach Plan ab. Die meisten Flüge werden kurzfristig entweder verschoben oder abgesagt. Wenn man bedenkt, dass Shanghai zirka sechs Autostunden von meiner Heimat entfernt liegt, erkennt man schnell die Tragik der Sache. Man riskiert eine lange Fahrt oder gar einen Flug für nichts.

Am letzten Wochenende waren wir allerdings nicht umsonst in Shanghai, denn Haojing hatte einen Termin bei der Deutschen Botschaft. Da ihr Aufenthaltstitel im Mai abgelaufen ist, muss sie nun leider ein Visum beantragen, um nochmal in Deutschland einreisen zu dürfen. Aus diesem Grund fuhren wir am Donnerstag mit dem Zug in Chinas größte Stadt. Zunächst wurden wir in die eineinhalb Autostunden entfernte Bezirkshauptstadt Yancheng gebracht. Von Dort fuhren wir drei Stunden mit dem Zug in die Provinzhauptstadt Nanjing, wo wir dann endlich in den Hochgeschwindigkeitszug umsteigen konnten, der noch eineinhalb Stunden bis Shanghai brauchte.

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Meine Frau kann sich ihre Arbeitszeiten mehr oder weniger flexibel einteilen und ich hatte mir für Donnerstag und Freitag Urlaub genommen. Vom Botschaftstermin am Freitagmorgen mal abgesehen, hatten wir also enorm viel freie Zeit, die wir ausgiebig nutzten. Wir kamen in einem Airbnb-Zimmer in guter Lage (in der Nähe der Deutschen Botschaft) unter. Dieses war nicht gerade günstig, aber wirklich sehr schön. Zum Entriegeln der Tür gab es weder Schlüssel noch Karte. Wir bekamen einfach nur einen achtstelligen Code, den wir in ein elektronisches Zahlenschloss eingeben mussten. Selbstredend ist das keine Hexerei, aber trotzdem ziemlich cool.

An unserem ersten Tag schauten wir uns ein paar Highlights der Stadt an. Bislang konnte mich keine Stadt, in der ich gewesen bin, so sehr beeindrucken wie Shanghai. Das mag daran liegen, dass ich nicht besonders viel für hübsche Altstädte übrighabe und moderne Stadtbilder bevorzuge. Am Abend gingen Haojing und ich schließlich noch in ein sündhaft teures Restaurant, mit hervorragendem Blick auf die Skyline. Ich hatte eine Käseplatte als Vorspeise, ein (unglaubliches) Steak als Hauptgericht sowie eine Kombination aus Eis und Brownie als Nachtisch. Meine Frau begnügte sich lediglich mit Fisch und Eis. Am Ende waren wir um 300 Euro leichter.

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Der Termin bei der Botschaft war an unvorhergesehenen Störfeuern kaum zu überbieten, doch letzten Endes funktionierte alles. Im Anschluss besuchten wir das Technik- und Wissenschaftsmuseum, was vor allem meiner Wenigkeit große Freude bereitete. Dort gab es zahlreiche Themenbereiche, zum Beispiel Raumfahrt, Robotik oder Tierwelt, die allesamt interessant waren. Beschriftungen waren durchgängig in chinesischer- und in englischer Sprache vorhanden. Danach schlenderten wir noch ein wenig durch die touristisch angehauchten Gassen der Stadt. Zu Abend aßen wir diesmal in einem hervorragenden japanischen Restaurant.

Den Tag der Abreise nutzten wir noch für den Besuch des Madam-Tussauds-Wachsfigurenhauses, in denen zahlreiche nachgebildete Promintente ausgestellt waren. Obwohl ich auf diesem Gebiet alles andere als bewandert bin, erkannte ich einige. Hinterher besuchten wir noch den Shanghai Dungeon. Dort wurden wir in einer Gruppe von guten Schauspielern durch verschiedene Gruselräume geführt und unterhalten. Leider verstand ich recht wenig, aber dennoch war ich zufrieden. Ehe wir uns zwecks Rückreise in Richtung Flughafen aufmachten, nutzte ich die Gelegenheit und machte halt in einem Pizza Hut, um endlich wieder mal Pizza zu essen.

Liebe Grüße,

Benjamin

Hoffnung und Hitze kommen Hand in Hand!

Hallo,

ich möchte mit dem Wichtigsten beginnen: Es gibt noch keine neuen Informationen darüber, ob ich am kommenden Samstag nach Deutschland fliegen werde oder nicht. Den aktuellen Stand der Dinge möchte ich jedoch nicht verschweigen. Die Route von Shanghai über Peking und Warschau nach Frankfurt, die zu günstigen Konditionen angeboten wurde, wurde bekanntlich abgesagt. Daran hat sich natürlich nichts geändert. Gegenwärtig scheint der einzige bezahlbare Weg in Richtung Europa über Hongkong zu führen. Ein Flug der Swiss Air, der direkt von Shanghai nach Zürich gehen sollte, wurde ebenfalls gestrichen.

Wenn ich es bis nach Hongkong schaffe, kann ich entweder mit der Finnair über Helsinki oder mit der Lufthansa direkt nach Frankfurt fliegen. Erstere Variante würde 200 Euro weniger kosten. Es gibt aber keine Garantie, dass diese Flüge in der nächsten Woche nicht auch gecancelt werden. Das größere Problem stellt allerdings die aktuelle Gesetzeslage in Hongkong dar, denn ein aus China stammender Fluggast muss zurzeit zwei Wochen in Quarantäne, bevor er das Land betreten darf. Der Flug nach Hongkong endet nicht im Transferbereich des Flughafens. Ich müsste also durch die Passkontrolle und mein Gepäck am Schalter erneut aufgeben.

Genau das funktioniert momentan schlicht und ergreifend nur mit zweiwöchiger Pufferzeit. Selbstredend werde ich mich darauf nicht einlassen. Trotzdem habe ich noch Hoffnung, denn ab Juli wird es in Hongkong neue Corona-Richtlinien geben, die diesen Umstand eventuell lockern. Sollte mir das Umsteigen dann ermöglicht und mindestens einer der beiden Flüge nach Europa nicht gestrichen werden, steht meinem Deutschlandurlaub wohl nichts mehr im Wege. Genaueres kann ich aber erst am Mittwoch in Erfahrung bringen. Bis dahin muss ich mich mit der Ungewissheit, mit der ich mich glücklicherweise bereits arrangiert habe, abfinden.

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Ich schätze die Wahrscheinlichkeit, dass meine geplante Reise funktionieren wird, leider bei unter 50 Prozent ein. Das wäre zwar doof, aber kein Weltuntergang. Im August würde ich einen neuen Anlauf wagen. Falls es dann immer noch nicht möglich sein sollte, werde ich irgendwann im Herbst nach Deutschland reisen und – wenn alle Beteiligten einverstanden sind – bis nach Weihnachten bleiben. Übrigens werde ich meinen nächsten Beitrag erst nach dem kommenden Wochenende verfassen. Auf diese Weise wird jeder meiner Leser erfahren, ob ich es nach Deutschland geschafft habe oder immer noch aus unserer Wohnung in Dayouzhen blogge.

Einige mehr oder minder unwichtige Dinge sind meiner Auffassung nach ebenfalls berichtenswert. Das hiesige Wetter ist in letzter Zeit ziemlich tropisch. Die Sonne steht mittags fast am Zenit, was man gut am Schattenfall erkennen kann. Die UV-Strahlung muss unheimlich intensiv sein. Es wechselt zwischen kochender Hitze und tagelangem Regen. Die Luftfeuchtigkeit ist an manchen Tagen abnormal hoch. Beim Tischtennisspielen bildet sich ein Wasserfilm auf den Belägen, weswegen man kaum noch Spin in den Ball bekommt. Nach dem Sport ist das Trikot tatsächlich genauso nass, als wäre ich in einen Pool gesprungen.

Vergangenen Donnerstag war das sogenannte Drachenbootfest, an dem irgendetwas Uninteressantes gefeiert wird. Haojing und meine Wenigkeit wurden von der (wie wir sie nennen) Wäschefrau zum Essen eingeladen. Dort gab es das typische chinesische Festtagsessen, bestehend aus viel Ei, Gemüse, Fleisch, Meeresfrüchten und Tofu. Außerdem wurde noch eine für das Drachenbootfest spezifische Speise serviert, bestehend aus matschigem Reis und Blättern. Chinesischer Nachtisch ist in der Regel einfach nur geschnittenes Obst. Zum Essen trank ich mit dem sympathischen Ehemann unserer Gastgeberin zwei Dosen Bier.

Liebe Grüße,

Benjamin