Hallo,
es ist schon viel Zeit vergangen, seitdem ich wieder in China bin. In zwei Wochen ist mein Urlaub vorbei und ich werde zurück in Deutschland sein. Das finde ich wirklich schade, weil ich eigentlich noch nicht das Bedürfnis beziehungsweise das Verlangen nach der alten Heimat habe. Bislang bin ich völlig glücklich damit, mit meiner Familie in unserem Haus im Umkreis der Stadt Chibi zu wohnen. Einige Begebenheiten und chinesische Gepflogenheiten, die mir mit der Zeit wohl auf die Nerven gehen würden, sind für mich gut zu ertragen. Manche sind mir sogar ans Herz gewachsen, weswegen ich sie zu Hause in Bitburg womöglich vermissen könnte.
Mein voriger Beitrag endete mitten im Frühlingsfest. Den letzten Tag des alten Jahres sowie den ersten Tag des neuen Jahres verbrachten wir im kleinen Kreis zu Hause. An den folgenden Tagen, an denen die chinesische Arbeitswelt weitestgehend stillsteht, besuchten wir verschiedene Familienmitglieder. Darunter waren eine Tante, ein Onkel und ein Cousin. An einem weiteren Tag waren wir erneut Gastgeber. Dieses Jahr fielen die Feierlichkeiten gefühlt jedoch deutlich kleiner aus als in meiner Erinnerung. Zwar gab es eine große Auswahl an unheimlich guten Köstlichkeiten, doch zur Völlerei artete es zu keinem Zeitpunkt aus.
Auch den Schnapskonsum konnte ich auf ein ziemlich angenehmes Niveau reduzieren. An einigen Tagen kam ich sogar gänzlich ohne Alkohol aus. An dieser Stelle bedurfte es natürlich einer guten (aber wahrhaftigen) Ausrede: Autofahren. Inzwischen sind die Festtage vorbei und es kehrt langsam Normalität ein. Für die nächste Zeit haben wir große Pläne. Zunächst steht ein Kurztrip nach Wuhan an. Im Verlauf der kommenden Woche werden wir schließlich einen Urlaub machen. Haojing, Hendrik, Lukas und ich werden in die Yunnan-Provinz reisen. Darauf freue ich mich sehr, vor allem natürlich auf das lokaltypische Essen.
Die Erneuerung meines chinesischen Führerscheins verlief (erwartungsgemäß) nicht gänzlich ohne Probleme. Im großen Verwaltungsgebäude, wo Chinesen für diesen Zweck einen automatisierten Prozess nutzen, schickte man uns zur Verkehrspolizei. Nach Diskussionen musste ich dort einen Sehtest absolvieren und Passfotos schießen lassen. Letztendlich konnte mir der neue Führerschein nicht ausgestellt werden, da sich mein Reisepass zwecks Aufenthaltserlaubnis derzeit noch bei der Ausländerbehörde befindet und hierfür anscheinend das Original von Nöten ist. Wenn ich den Reisepass wieder habe, sollte das allerdings reine Formsache sein.
Obwohl unser Rückflug nach Deutschland für den 20. Februar geplant ist, besteht nach wie vor die Möglichkeit, dass ich diesen allein antrete. Meine Frau kann noch nicht mit Sicherheit sagen, ob sie zu gewissen Terminen anwesend sein muss. Aus diesem Grund habe ich in den letzten Tagen besonders viel mit Hendrik unternommen. Zum Beispiel waren wir zusammen im Indoor-Spielplatz, im Streichelzoo, bei Spielautomaten und auf verschiedenen Rummelplätzen. Hendrik ist sogar selbstständig mit dem Kinder-Gokart gefahren. Überdies waren wir gemeinsam auf der Achterbahn und dem Kettenkarussell. Das Geisterhaus war jedoch ein, zwei Nummern zu gruselig.
Hendrik und ich haben uns sogar den chinesischen Film „Ne Zha“ im Kino angeschaut. An einem anderen Tag waren Haojing, Hendrik, Lukas und ich zusammen mit meinem Schwiegervater unterwegs. Wir sind etwa eine Stunde in eine nahgelegene (touristisch aufbereitete) Altstadt gefahren. Vor allem eine Straße war tatsächlich schön anzusehen. Es war recht viel Betrieb und überall gab es überteuerte Artikel zu kaufen. Daran störte ich mich nicht. Große Menschenmengen machen mir inzwischen gar nichts mehr aus, was vor meiner Zeit in China völlig undenkbar war. Es ist interessant, wie sich die Dinge stetig ändern – und das ist auch gut so.
Liebe Grüße,
Benjamin




















































Schön wieder etwas von dir zu lesen und ebenso schön, auch etwas von euch zu sehen.
Besonders gut haben mir Hendrik mit der Schlange und sein erstes Kartrennen gefallen, auch wenn er dabei wohl noch etwas üben muss.😁
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