Hallo,
In der zurückliegenden Woche bin ich eines meiner Änderungswünsche angegangen – im wahrsten Sinne des Wortes. Ich wollte mehr Zeit im Freien verbringen und absolvierte fast an jedem Vormittag einen längeren Spaziergang. Am Dienstag nutzte ich sogar die sich bietende Gelegenheit, um auf dem hiesigen Markt einzukaufen. Eigentlich habe ich jeden Tag die Möglichkeit dazu, aber der Bedarf ist selbstredend nicht immer vorhanden. Ich kaufte mir für knapp einen Euro einen Chinakohl, eine Aubergine, eine grüne Paprika sowie ein paar Pilze. Darüber hinaus besorgte ich Pistazien und Sonnenblumenkerne für etwa vier Euro.
Ich machte einen großen Spaziergang durch einen Park. Dort stehen mehrere Steinfiguren, die eine teilweise echt ungesunde Körperhaltung an den Tag legen. Jene symbolisieren die zwölf chinesischen Sternzeichen, zu denen folgende Tiere gehören: Affe, Büffel, Drache, Hahn, Hase, Hund, Pferd, Ratte, Schaf, Schlange, Schwein, Tiger. Bei dieser Aufzählung wurde nicht chronologisch, sondern alphabetisch sortiert. Ein Tier wird immer mit einem der fünf Elemente Erde, Feuer, Holz, Metall und Wasser kombiniert. Insgesamt gibt es also 60 (zwölf mal fünf) verschiedene Möglichkeiten. Mein chinesisches Sternzeichen ist Schlange-Erde.
Bezüge auf die chinesische Astrologie findet man übrigens im ganzen Land. An zahlreichen Orten und Plätzen sind entsprechende Figuren und Schriftzeichen angebracht. An dieser Stelle muss ich natürlich zugeben, dass ich letztere kaum erkennen kann. Doch allein die Tatsache, dass man hierzulande überall süße Plüschschweine kaufen kann, lässt jedermann unschwer erkennen, dass wir seit Februar im Jahr des Schweins leben. Im weiteren Verlauf meines Spaziergangs erkundete ich noch ein paar Straßen, in denen ich bislang noch nicht war. Diese langweilten mich jedoch eher und besonders schön waren sie auch nicht.
Am Mittwoch holte Haojing eine neue deutsche Arbeitskollegin vom Flughafen in Yancheng ab. Ich habe sie bislang zwar noch nicht kennengelernt, aber offenbar ist sie jung und hübsch. Außerdem kann ich mit der hervorragenden Neuigkeit aufwarten, dass nun endlich auch etwas im zweiten Indoor-Beet wächst. Wie ich bereits in meinem letzten Beitrag erwähnte, haben wir im ersten Blumentopf versehentlich Pak Choi angepflanzt, der bislang prächtig gedeiht. Im anderen Beet war bislang nur Erde zu sehen. Das hat sich inzwischen glücklicherweise geändert. Ich vermute, hier sprießen Petersilie und Schnittlauch.
Am Donnerstag musste Haojing auf Dienstreise in die vier Autostunden entfernte Stadt Nanjing fahren. Dort blieb sie über Nacht, weswegen ich einen ruhigen Abend für mich ganz alleine hatte. Ich sah mir die neueste Staffel der Serie „The 100“ an. Dabei handelt es sich leider nur um eine mittelmäßige Serie, die nur zum Zeitvertreib dient. Natürlich bin ich auch sinnvollen Tätigkeiten nachgegangen. Zum Beispiel habe ich den großen Haufen Wäsche gewaschen, der sich in den letzten Tagen angesammelt hatte. Überdies habe ich den Kühlschrank nach Inhalten durchforstet, die man besser nicht mehr essen sollte.
Ich mistete also unseren Lebensmittelvorrat ein bisschen aus, was ab und zu einfach mal sein muss. Man vergisst nur allzu schnell etwas, das man dann nach ein paar Wochen nur äußerst ungern wiederfinden möchte. Zum Abendessen bereitete ich mir Chinakohl mit Zucchini und Pilzen zu. Leider schmeckte mir die Kombination nicht so gut, aber immerhin bin ich einige Dinge losgeworden, die ansonsten wohl hätten weggeworfen werden müssen. Am frühen Freitagabend kam meine Frau endlich von ihrer Dienstreise zurück. Dementsprechend kann ich mich für das kommende Wochenende wieder auf leckeres Essen freuen.
Liebe Grüße,
Benjamin
