Unerwartete Probleme…

Hallo,

unglücklicherweise gibt es ein paar Probleme bei der Beschaffung meines dauerhaften Aufenthaltsittels. Zum Einen muss ich hierfür am gleichen Ort erfasst werden wie meine Frau, die im 1000 Kilometer entfernten Chibi gemeldet ist. Zum Anderen wird die Eheurkunde, die wir aus Deutschland mitgebracht haben, in dieser Form von den chinesischen Behörden nicht anerkannt. Da sich Haojing erst ummelden kann, sobald sie mindestens ein halbes Jahr in Dayouzhen gewohnt hat, müssen wir also kurzfristig nach Chibi reisen. Am Sonntag geht unser Flug.

Dort muss ich mich zunächst einer medizinischen Untersuchung unterziehen, um anschließend polizeilisch gemeldet zu werden. Gleichzeitig muss meine Eheurkunde in Deutschland zunächst überbeglaubigt, von einem zertifizierten Übersetzer übersetzt und schließlich vom chinesischen Konsulat legalisiert werden. Im Anschluss muss alles per Express-Versand zu mir nach Chibi geschickt werden. Ich möchte meinem Vater nun auch nochmal auf diesem Wege dafür danken, dass er sämtliche Arbeiten übernimmt, die wir nicht aus der Ferne durchführen können.

In Chibi werden Haojing und ich zunächst eine Woche bei ihrer Mutter wohnen, die ich bislang noch nicht kennelernte. Dann wird meine Frau für zwei Wochen beruflich verreisen. Da ich noch auf die wertvolle Post aus Deutschland warten muss, um schnellstmöglich alle Dokumente bei der Ausländerbehörde in Chibi einzureichen, werde ich währenddessen weiterhin bei meiner Schwiegermutter wohnen. Sobald ich alles eingereicht habe, erhalte ich endlich meinen dauerhaften Aufenthaltstitel, mit dem ich das Land nach Belieben verlassen und wieder einreisen kann.

Nach ihrer zweiwöchigen Geschäftsreise wird meine Frau zu mir nach Chibi zurückkehren. Dann stehen zwei Großereignisse vor der Tür: das Frühlingsfest und unsere chinesische Hochzeit. Hierfür werden wir zwei weitere Woche in Chibi bleiben und hinterher mit meinen Eltern, die extra zur Hochzeit einreisen, eine Woche nach Shanghai fahren. Summa summarum werde ich mein neues zu Hause also für sechs Wochen verlassen. Mein echter Alltag beginnt wohl erst hinterher. Für mich wird vor allem die Zeit ohne Haojing eine echte Herausforderung.

Ansonsten ist noch zu erwähnen, dass meine Erkältung bereits fast vollständig abgeklungen ist. Wir haben viele coole Einrichtungsgegenstände gekauft. Darüber hinaus habe ich mich an das Tragen von langer Unterwäsche gewöhnt. Ganz besonders sexy sehe ich komplett in rot aus, findet meine Frau. Hier ist es außerdem nicht mehr ganz so kalt. Gestern hatten wir acht Grad Celsius. Der kommende Montag wird mein erster Arbeitstag. Ich arbeite an jedem Wochentag ab 14 Uhr für etwa vier bis fünf Stunden. Ich bin gespannt daruf, wie mein Arbeitsplatz in Chibi aussehen wird.

Liebe Grüße,

Benjamin

So langsam wird es unser zu Hause!

Hallo,

wir beide kommen zunehmend besser mit den neuen Lebensumständen parat. Das gilt insbesondere für meine Wenigkeit, da es für Haojing wohl eher ein Sprung ins lauwarme, nicht ins kalte, Wasser war. Unsere Wohnung war leider ein wenig dreckig. Man könnte auch sagen, sie war völlig versifft. Unter dem Sofa wurde offensichtlich noch nie geputzt. Zum Glück konnte ich an dieser Stelle mit meinen herausragenden Hausmann-Fähigkeiten glänzen. Jetzt ist die Wohnung rein.

Darüber hinaus kam endlich das richtige Kabel per Post an, das es uns ermöglicht, einen Laptop mit dem Fernseher zu verbinden. Da die externe Festplatte mit sämtlichen Daten, die ich mir während der letzten Jahre vollkommen legal aneignen konnte, leider nicht direkt mit dem Fernsehgerät koppelbar ist, mussten wir den Umweg über einen Computer gehen. Darüber hinaus habe ich damit begonnen, mir einen Gaming-PC zusammenzustellen, dessen Komponenten ich in China bestellen möchte.

Es ist erstaunlich, dass die einzelnen PC-Teile in Fernost kaum günstiger sind als in Deutschland. Somit sprengt der Computer unglücklicherweise unser Budget für Januar, weswegen wir ihn erst in Februar kaufen können. Das finde ich recht traurig. Mittlerweile haben wir einen großen Teppich im Wohnzimmer. Aktuell möchte ich diesen aber nicht fotografieren, da es recht unaufgeräumt ist und ich außerdem überhaupt keine Lust darauf habe. Bilder liefere ich aber nach, sobald sich das verändert hat.

Wir waren vorgestern Abend nochmal zum Essen eingeladen. Erneut wurde nicht an Reisschnaps gegeizt, der hierzulande nicht in kleinen Gläschen, sondern in Tassen ausgeschenkt wird. Ich hatte drei Tassen und war dementsprechend angeheitert. An diesem Abend habe ich mir vermutlich die leichte Erkältung eingefangen, mit der ich aktuell zu kämpfen habe. Das chinesische Nasenspray ist im Übrigen ziemlich krass. Sonst gibt es nichts Nennenswertes zu berichten.

Liebe Grüße,

Benjamin

Frohes neues Jahr! Allgemeines…

Hallo,

zunächst möchte euch allen ein frohes neues Jahr wünschen. Ich finde es sehr schade, dass ich nicht zusammen mit meiner Familie und meinen Freunden feiern kann. Hier in China ist der Jahreswechsel (des Sonnenkalenders) keine große Sache. Der Mondkalender ist viel bedeutender. Deswegen findet der chinesische Jahreswechsel vom Jahr des Erde-Hundes (2018) in das Jahr des Erde-Schweins (2019) erst am 5. Februar statt. Vereinzelt hört man hier dennoch ein paar Böller hochgehen.

Wir haben uns mittlerweile ein wenig eingelebt. Die Wohnung sieht inzwischen relativ schön aus. Ich bin sehr glücklich, endlich eine Frau an meiner Seite zu haben, die die Einrichtung übernehmen kann. Wie ihr schließlich alle wisst, habe ich überhaupt kein Gespür dafür, ob etwas optisch in einen Raum passt oder ihn auf irgendeine Weise aufwertet. Leider ist das Kaufen von Haushalts- und Einrichtungsgegenständen auch in China nicht gerade günstig. Das hat uns bereits eine Menge Geld gekostet.

Meine ersten Eindrücke dieser mehr oder weniger ländlichen Region in China sind überwiegend positiv. Hier ist eine kleine Auflistung der Dinge, die irgendwie herausstechen:

  • so ziemlich alle Chinesen sind kleiner als ich
  • bei Mahlzeiten ist Reis höchstens eine Beilage, oftmals auch gar nicht dabei
  • Chinesen versuchen erst gar nicht, etwas Schweres alleine zu tragen
  • die Art, hier Tischtennis zu spielen, ist vollkommen anders als in Deutschland
  • in den Wohnungen ist es meistens genauso kalt wie draußen
  • Chinesen haben eine Vorliebe dafür, genau die Teile vom Tier zu essen, die bei uns weggeworfen werden
  • die Gegend ist deutlich dreckiger als in Deutschland und wirkt teilweise echt heruntergekommen
  • so etwas wie eine Straßenverkehrsordnung wird hier nicht befolgt

Liebe Grüße,

Benjamin

Direkt nach Ankunft: volles Programm

Hallo,

gestern sind Haojing und ich um etwa 15:30 Uhr gesund, aber nicht ganz so munter, in unserer Wohnung in Dayouzhen angekommen. Insgesamt waren wir 24 Stunden unterwegs. Schlafen konnte ich währenddessen leider gar nicht. Im Flugzeug gab es zwei mittelgute Mahlzeiten, auf dem Weg von Shanghai nach Dayouzhen mein erstes authentisch chinesisches Mittagessen. Ich mochte es.

Als wir in unserer Wohnung ankamen, ging mir zunächst nur eines durch den Kopf: Es ist kalt! In unserer Region haben wir momentan Temperaturen unter dem Gefrierpunkt und Heizungen gehören nicht zum Standardrepertoire in chinesischen Wohnungen. Glücklicherweise haben wir ein großes Heißluftgebläse, das den Wohnzimmerbereich warm hält. Im Badezimmer und auch im Schlafzimmer ist es allerdings beißend kalt.

Ausruhen konnten wir uns nicht lange. Zunächst mussten unsere Koffer und anschließend mehrere Pakete mit neu bestellten Haushaltsgegenständen ausgepackt werden. Wenig später hatten wir unseren ersten Termin. Haojings Arbeitskollegen haben ein Willkommensessen veranstaltet. Das Essen war sehr lecker, die Kollegen sind sehr nett und das Kartenspiel, das sie mir beizubringen versuchten, habe ich bis jetzt noch nicht verstanden.

Zum Essen wurde auch jede Menge hochprozentiger Reisschnaps serviert und ich kann stolz sagen, dass ich letzten Endes die dreifache Menge von dem getrunken habe, was ich mir im Vorfeld als absolutes Limit gesetzt hatte. In der ersten Nacht konnte ich endlich wieder ein paar Stunden schlafen. Den Jetlag bemerke ich trotzdem immer noch deutlich. Um 8 Uhr morgens musste ich fit sein, denn meine Frau hatte mich am Vortag bereits für ein vereinsinternes Tischtennisturnier angemeldet.

Ich habe in einer Siebenergruppe zwei Spiele gewonnen und vier verloren, davon in zwei Spielen knapp und in den anderen war ich mehr oder weniger chancenlos.  Zufrieden bin ich dennoch. Immerhin spielt meine innere Uhr noch verrückt und am Vorabend schlug ich bekanntlich ein wenig über die Strenge. Darüber hinaus hatte ich vorher noch nie bei Minustemperaturen Tischtennis gespielt. Am Ende wollte sich fast jeder mit mir fotografieren lassen – in China bin ich echt eine Seltenheit.

Liebe Grüße,

Benjamin

Alles ist vorbereitet – morgen geht’s los!

Hallo,

inzwischen sind Haojing und ich mit sämtlichen Vorbereitungen fertig. Die Wohnung ist vollkommen leer und wir wohnen nun temporär bei meinen Eltern. Es ist unfassbar, wie gefüllt mein Terminplan letzten Endes tatsächlich war. Während der letzten Wochen gab es tatsächlich keinen einzigen Tag, an dem ich einfach mal entspannt nichts tun konnte. Da es sich hierbei um eine meiner Lieblingsbeschäftigungen handelt, war dieser Umstand relativ hart für mich.

Es kann gut sein, dass einige Familienmitglieder, Freunde und Bekannte in jüngster Zeit bei meiner Wenigkeit etwas zu kurz gekommen sind. Das tut mir sehr leid – zumindest bei den meisten. Andere sind mir mehr oder weniger egal. Es klingt zwar paradox, aber ich bin mir sicher, dass ich wieder mehr Zeit zum Kommunizieren haben werde, sobald ich eine Viertelerdumrundung entfernt wohne. Darauf freue ich mich sehr. Ein paar Hürden sind allerdings noch zu überwinden.

Morgen fahren wir mit einem Mietwagen nach Frankfurt am Main. Unser Flieger wird voraussichtlich um 13:35 Uhr starten und um 7:25 Uhr Ortszeit in Shanghai landen. Hierzulande sind es dann noch 0:25 Uhr. Wer also unbedingt meiner wohlbehüteten Ankunft noch vor dem Schlafengehen gewiss sein möchte, sollte eine Weile wach bleiben. Nach unserer Ankunft wartet allerdings noch eine fünfstündige Autofahrt auf Haojing und mich. Glücklicherweise werden wir abgeholt.

Liebe Grüße,

Benjamin

 

 

Die Reise beginnt bald!

Hallo,

wie ihr vermutlich bereits wisst, verlasse ich Deutschland in Richtung China und lasse dabei fast alles hinter mir, was mich während der letzten Jahre zu demjenigen gemacht hat, der ich bin. Ich freue mich auf diesen klaren Schnitt. In 17 Tagen geht die Reise los. Haojing und ich haben bereits sehr viele Vorbereitungen erfolgreich abgeschlossen. Dennoch ist die restliche Zeit knapp, weil es bis zum Abflug noch diverse Feiertage geben wird.

Wir müssen noch die Wohnung leer räumen und eine Menge Möbel loswerden. Darüber hinaus steht ein weiterer Autoverkauf auf unserem Planzettel. Außerdem möchte ich gerne eine Abschiedsparty organisieren. Dies ist der erste Eintrag in meinem Blog, den ich natürlich up-to-date zu halten versuche. Versprechen kann ich nichts, aber ich bin guter Dinge. Gerne schreibe ich euch auch über das Kontaktformular.

Liebe Grüße,

Benjamin

„Um ein tadelloses Mitglied einer Schafherde sein zu können, muss man vor allem ein Schaf sein.“ – Albert Einstein

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