Hallo,
ich habe wieder ein paar ereignisreiche Tage hinter mir. Die vergangene Woche endete zwar mehr oder weniger unspektakulär, doch am Wochenende gab es dafür umso mehr Beschäftigung. Haojing und ich hatten geplant, nachmittags nach Xiangshui zu fahren, um dort bei einem Japaner zu dinieren. Wir beide gehen unheimlich gerne auswärts essen. Dabei fällt unsere Wahl des Öfteren auf teure Restaurants. Weil wir im Verhältnis zur hiesigen Bevölkerung relativ wohlhabend sind, können wir uns das durchaus leisten. Sobald wir wieder in Deutschland leben, werden wir diesen Luxus wohl oder übel ein wenig zurückfahren müssen.
Wir reisten nicht ohne Grund schon am Nachmittag in die Kreishauptstadt. Vor dem Abendessen wollten wir uns über meine Impfmöglichkeiten informieren. Für Chinesen ist eine Covid-19-Impfung freiwillig und kostenlos. In unserem Heimatort wusste man nicht, inwiefern das auch für Ausländer gilt. Nachdem wir in Xiangshui zweimal das falsche Krankenhaus angesteuert hatten, landeten wir endlich beim richtigen. Dort konnte man uns ebenfalls nicht auf Anhieb sagen, ob ich mich in China impfen lassen kann. Nach kurzer Recherche gab man uns jedoch positives Feedback. Ich darf mich also demnächst impfen lassen.
Eigentlich lehne ich die Schutzimpfung ab. Allerdings sehe ich es kommen, dass ich in Deutschland, sollte ich mich nicht impfen lassen, zunehmend mehr Einschränkungen auferlegt bekommen werde. Da ich mir unter keinen Umständen den neuartigen RNA-Impfstoff geben lassen will, habe ich jetzt die einmalige Gelegenheit, mir ein klassisches Vakzin (inaktiviertes Virus) spritzen zu lassen. Dieses basiert auf einem altbekannten Mechanismus, weswegen ich ein deutlich kleineres Langzeitrisiko sehe. Eine endgültige Entscheidung habe ich allerdings noch nicht getroffen, denn im Grunde will ich nicht Teil dieser Diskriminierungsaktion sein.
Das Restaurant war nicht einfach zu finden, weil die Straße eine einzige Baustelle war. Ehrlichgesagt wunderte ich mich darüber, dass es überhaupt geöffnet hatte. Einrichtung und Stil wirkten typisch japanisch. Erfreulicherweise war es sehr sauber. Noch mehr freute ich mich über die Getränkekarte, denn es wurde auch japanisches Bier serviert. Die Sorte hatte einen Alkoholgehalt von fünf Prozent und schmeckte wahrhaftig nach Bier. Bestellt hatten wir uns jede Menge Sushi, aber auch Sashimi, Fisch, Fleisch, Leber und Salat. Ich aß, bis ich Bauschmerzen bekam und darüber hinaus. Meine fantastische Frau und ich lieben japanisches Essen.
Nachdem wir schlussendlich bezahlt und den Laden verlassen hatten, gingen wir noch ein paar langsame Schritte spazieren. Schnelle Schritte wären in Anbetracht unserer Völle wohl nicht möglich gewesen. Beim Herumschlendern statteten wir noch ein paar Geschäften einen Besuch ab. Anschließend fuhren wir hochzufrieden nach Hause. Mein Sonntag war ebenfalls mit einigen Aktivitäten gefüllt. Erneut musste ich Babywäsche per Hand waschen und zum Trocknen aufhängen, was immer viel Zeit in Anspruch nimmt. Vermutlich werde ich noch zwei weitere Wochenenden benötigen, bis ich mit allem fertig bin. Was tut man nicht alles?
Am frühen Abend ging ich Tischtennis spielen. Dabei wurde ich von Mingmin begleitet, die von nun an regelmäßig mitkommen möchte. Ich soll sie trainieren. Mein Fokus wird trotzdem auf meinem eigenen Training mit den Vereinskollegen liegen, weil es mir überhaupt keinen Spaß macht, mit Anfängern zu spielen. Nach dem Training lud uns Mingmin zum Essen ein, weil sie unter der Woche Geburtstag hatte. Zum Glück waren keine Männer anwesend. Ich musste also keinen Alkohol trinken. Das Essen fand ich jedoch weniger gut. Hätte Haojing bestellt, wäre dabei sicherlich eine ausreichend große Menge and echten Köstlichkeiten herausgekommen.
Liebe Grüße,
Benjamin
































































































































































































































