Hallo,
mein Heimaturlaub, den ich die letzten zweieinhalb Monate absolvierte, ist inzwischen vorbei und ich befinde mich wieder in China. Dass sich die Einreise ins Reich der Mitte momentan nicht besonders einfach gestaltet, kann sich wohl jeder denken. Bevor ich detaillierter von den Reisestrapazen berichte, möchte ich mich noch kurz zu meinem Aufenthalt in Deutschland äußern. Leider habe ich das Land mit recht zwiegespaltenen Gefühlen wieder verlassen. Selbstverständlich habe ich das Wiedersehen mit meiner Familie und meinen Freunden sehr genossen. Das war allerdings nur die eine Seite der berüchtigten Medaille.
Während ich die Corona-Gesetzeslage Ende Oktober noch als mehr oder weniger erträglich empfand, wurden die Einschränkungen im weiteren Urlaubsverlauf ad absordum geführt. Zwar möchte ich meine Meinung hierzu nur beläufig erwähnen, doch der sich ständig ändernde, absolut nicht nachvollziehbare Maßnahmenkatalog und diese gezielte, irrationale Panikmache gingen mir sowas von auf den Sack. Zu Beginn der Pandemie dachte ich noch, die Chinesen wären unorganisiert, doch jetzt bin ich heilfroh, wieder in China zu sein! Was da gerade in Deutschland abläuft, ist für mich schlicht und ergreifend unfassbar.
Dass es aktuell (selbst für chinesische Staatsbürger) nicht einfach ist, in China einzureisen, erwähnte ich bereits. Für einen Ausländer ist es nahezu unmöglich. Glücklicherweise bin ich mit einer Chinesin verheiratet und besitze ein Familienvisum, das noch bis Ende Januar gültig ist. Die meisten anderen Visa werden unabhängig vom Datum nicht mehr akzeptiert. Um einzureisen, benötigte ich also eigentlich nur noch den sogenannten Grünen Code und den sogenannten Roten Code. Ersteren erhält man, wenn man sowohl einen negativen Corona-PCR- als auch einen negativen Corona-IgM-Befund vorweisen kann.

Beide Tests dürfen maximal 48 Stunden vor dem Boarding ausschließlich von speziell hierfür zugelassenen Testeinrichtungen durchgeführt werden. Aus diesem Grund buchte ich bereits vor Wochen für Samstagvormittag einen Termin beim Medical Center des Flughafens Frankfurt. Mit den beiden negativen Befunden erhielt ich über eine eigens hierfür eingerichtete Webseite meinen Grünen Code. Nach einer Übernachtung im Airport Hotel kümmerte ich mich um den Roten Code. Hierfür musste ich lediglich einige Angaben an den chinesischen Zoll senden, der mir den Code schließlich via WeChat bereitsstellte.
Der gesamte Check-in- und Boarding-Prozess war sehr kompliziert, doch natürlich hatte ich ausreichend Zeit eingeplant. Den Flug empfand ich diesmal als recht angenehm, da kaum Langeweile aufkam. Das änderte sich jedoch nach der Landung. Die einzelnen Sitzreihen konnten die Maschine erst nach Aufruf verlassen. Mein Platz befand sich ziemlich weit hinten. Nachdem ich endlich aus dem Flugzeug aussteigen durfte, wurde zunächst mein Roter Code kontrolliert. Danach wurden meine Temperatur gemessen und ein Abstrich für einen PCR-Test gemacht. Im Anschluss ging es zur Passkontrolle – alles perfekt durchorganisiert.
Als ich schließlich mein Aufgabegepäck aufnehmen wollte, fand ich lediglich einen meiner beiden Koffer. Ein anderer Fluggast hatte meinen zweiten Koffer mitgenommen! Man sagte mir, dass sich dieser bereits auf dem Weg zu seinem Quarantäne-Hotel befände. Zum Glück habe ich eine pfiffige Frau. Sie kümmertere sich darum. Dann wurde ich mit einem Bus in mein Hotel gebracht, wo ich nach ein paar Formalien endlich in mein Zimmer durfte. Zum Glück ist es beheizt. Ansonsten ist eigentlich alles in Ordnung. Mein Koffer wurde mir noch amselben Abend vorbeigebracht. Es war ein Traum, endlich ins Bett gehen und schlafen zu können.
Liebe Grüße,
Benjamin





















































































































































